July 25, 2017

Ergebnisse

Die allgemeinen Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem EMS-Award sind in einem Abschlußbericht über die EMS-Branche in Deutschland zusammengesfasst:

Die EMS-Branche ist gereift

Der Reifegrad der Branche hat sich spürbar erhöht. Die Weiterentwicklung der EMS-Firmen gegenüber den Vorjahren ist in allen Facetten der  Unternehmen sichtbar:

  •  Reagierte die Branche in der Vergangenheit auf ihre Kunden, so handelt sie heute viel proaktiver,  insbesondere bei der Materialbeschaffung und -bevorratung nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen der Wirtschafts- und Finanzkrise  2008/2009.
  • Die Firmen haben sich ihrem Geschäftsmodell entsprechend erfolgreich positioniert und zunehmend attraktive Nischen besetzt.
  • Die Unternehmen haben sich zusätzliche, neue Geschäftsfelder in Logistik und Engineering erschlossen.
  • Immer mehr Firmen praktizieren ein professionelles, umfassendes Risikomanagement.
  • Die EMS-Firmen haben ihre Geschäftsprozesse weiter perfektioniert und praktizieren Unternehmensführung und Zukunftssicherung auf hohem Niveau. Kunden und Markt werden zunehmend systematisch bearbeitet.
  • Die konsequente Umsetzung von Null-Fehler-Strategien und Traceability  erschließt  weiteres Ertragspotenzial.
  • Forschung & Entwicklung:
    Vielversprechende Ansätze sind da. Allerdings sind diese im Moment noch nicht prämierungswürdig.
    Entwicklungsleistungen betreffenn  vorrangig noch Eigenprodukte.
  • Fertigung:
    Die Branche arbeitet an der Traceability-Umsetzung und entwickelt eigene Automatisierungskonzepte.
  • Management der Lieferkette:
    Einzelne Unternehmen haben exzellente Lösungen zur Kommissionierung von Aufträgen und zum Obsolescence Management entwickelt.

Wichtiges Glied in der Lieferkette

Die EMS-Firmen haben weiter an Bedeutung im Elektronikmarkt gewonnen. Der Stellenwert der EMS innerhalb der Lieferkette insbesondere für den OEM ist deutlich gestiegen. Die Indizien hierfür

  • Kennzahlensysteme, Zielvereinbarungen, Zertifizierungen, Lieferantenmanagement sowie web-basierte, interne Informationsverbreitung sind durchgängig vorhanden und werden laufend weiter ausgebaut.
  • IT-Unterstützung aller Geschäftsprozesse nimmt deutlich zu – auch die IT-technische Vernetzung mit Lieferanten und Kunden.
  • Punktuell Konzentration auf technisch anspruchsvolle Baugruppen und Produkte sowie Produkte mit kurzfristiger Änderungsfrequenz und Bedarfsanpassung.
  • Maßnahmen zur Optimierung der (internen) Geschäftsprozesse werden zielstrebig weitergeführt.
  • Die Branche stellt sich erfolgreich den steigenden Qualitätsansprüchen der Leitmärkte.

Die Branche hat sich weiter differenziert

In den vergangenen 10 Jahren hat sich eine breite Schicht von Elektronikdienstleistern unterschiedlicher Ausrichtung herausgebildet, die über eine ausgeprägte Kompetenz in den Geschäfts- und Fertigungsprozessen verfügen:

  • CEM(Contract Electronic Manufacturing – Produktion von elektronischen Baugruppen): Fertigung von Baugruppen und Systemen ohne Entwicklung (Materialbeschaffung und Leiterplattenbestückung).
  • EMS/E²MS (Electronics Manufacturing Service – komplette Auftragsfertigung von elektronischen Baugruppen, Geräten und Systemen): Komplettdienstleistung ohne Eigenprodukte: Engineering, Fertigung und Logistik. Kundenprodukte werden auf der Basis eines hohen Fertigungs-Know-hows und durch den Einsatz modernster Technologien optimiert.
  • ODM (Original Design Manufacturing – Auftragsfertigung unter Einbringung eigenen Designs und größerem Gewicht auf Engineering/Entwicklungskompetenz): Komplettdienstleistung mit Entwicklung und Fertigung von Eigenprodukten

 Erfolgsrezept im EMS-Geschäft

Erfolgreiche EMS-Firmen haben folgendes gemeinsam:

  • hochgradige Verknüpfung von Technik und Betriebswirtschaft: Prozess- und Kostencontrolling, Beherrschung der betriebswirtschaftlichen Risiken;
  • technisch und wirtschaftlich sicher beherrschte Fertigungsprozesse;
  • optimale Marktpositionierung durch hohe Kompetenz in der Technologie-, Prozess- und/oder Produktentwicklung sowie alternativ durch gezieltes Verfolgen (profitabler) Nischen;
  • Beherrschung der logistischen Abläufe im Zusammenspiel mit Kunden und Lieferanten; hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bzgl. der Lieferanforderungen der Kunden; strategische Partnerschaften mit Distributoren auf logistischer und/oder technischer Ebene;
  • hoch entwickelte Fähigkeiten in der Führung des Unternehmens und der Mitarbeiter (Leistungsmessung und Leistungsanreize) und  sehr gut ausgebildete Mitarbeiter;
  • sorgfältige und intensive Aufnahme der zunehmend differenzierten Grund-Kundenbedürfnisse;
  • Kundenorientierung, systematische Kundenauswahl und ausgewogene Kundenstruktur.
  •  konsequente Nutzung von Wettbewerbsvorteilen in den Dimensionen Geschäftsprozesse, Unternehmensführung und Zukunftssicherung.

Detaillierte Ergebnisse bleiben den teilnehmenden EMS-Firmen vorbehalten.